Brasilien
Manni & Sara von Terra Brasilis, reisen zusammen mit den Tebras nach Fortaleza, zum Rückbesuch der Internationalen Begegnung Brasilien-Berlin mit dem Projekt Agua de Beber. Mit dabei sind Yvonne und Florian Hoffmeier & Elena Scherer die alles organisisert haben. Vielen Dank!
Dienstag, 20. Juli 2010
elfter tag
Mensch, heute war wieder einmal ein richtig schöner tag! Am späten vormittag aufgebrochen, fuhren wir mit felipe per bus wieder in die favela um das projekt zu besuchen. Ricardo und julia, sowie seanne, janderson, carol und viele andere kinder & jugendliche waren da, um mit uns den nachmittag zu verbringen. Als erstes wurde der einkauf erledigt, es sollte ein großes gemeinsames essen geben. Wir hatten im gepäck: eine snare, tambourims, agogos und shaker, im projekt standen uns surdos und eine repenique zur verfügung. Also alles was wir für eine tolle session brauchten. Manni, Janderson, Ricardo, zwei jungs vom projekt und ich legten los und nach kurzer zeit fing seanne einen kleinen tanzworkshop dazu an. Zu samba reggae und batucada legten sie mit den tebras und einigen mädchen vom projekt eine heiße sohle aufs parkett. Die schöne zusammenarbeit konnte nur durch das leckere essen beendet werden, dankbar genossen wir die vielen leckereien. Dann hieß es auch schon abschied nehmen, wir wollten die favela vor einbruch der dunkelheit verlassen. Wieder brachte uns eine große gruppe zur bushaltestelle, wartete mit uns und nach einer herzlichen verabschiedung und einem "bis zum nächsten mal" stiegen wir in den bus, klebten an der scheibe und winkten bis keiner mehr zu sehen war. Das projekt, der ort, die menschen und die arbeit dort sind unterstützungswert und ich hoffe, dass sie noch viele weitere partner, förderer und/oder einfach menschen finden die sie unterstützen. In der pension angekommen ging es noch darum wie und wann wir unserer instrumente einpacken. Manni war zwischenzeitlich unterwegs um die bestellten trommeln abzuholen. Die tebras, yvonne und ich regelten das große tragen (von agua, hoch zur pension) und einpacken. Nach dem alles sorgsam und gründlich wieder in unserer trommeltaschen verstaut war, sind wir in das bistro von gestern um den schönen gemeinsamen abschlusstag noch zu feiern. Caipi hin und caipi her, was wäre brasilien ohne einen caipi getrunken zu haben. Liebe leute, es ist soweit. Unserer letzte nacht in brasilien. Morgen geht’s wieder heim…!?
Montag, 19. Juli 2010
zehnter tag
Große verabschiedung am strand stand heute auf der tagesordnung. Alle teilnehmer vom festival trafen sich am „praia do futuro“ um sich zu verabschieden. Die letzte gemeinsame capoeirastunde würde von uns rhythmisch unterstützt und vega baute noch eine kleine tanzstunde für alle ein. Ein forrotrio gesellte sich zu uns und wir groovten eine weile zusammen. Die stunde würde spektakulär mir hohen und weiten sprüngen beendet. 4-5 personen stellten sich leicht gebückt hintereinander hin und dann mit wilden schrauben drüber. Am ende wurden noch viele gemeinsame gruppenfotos gemacht. Dann verbrachten wir den restlichen tag am strand. Nachmittags leuchteten einige der tebras und waren schon vom weiten gut sichtbar. Ich hoffe der sonnenbrand quält sie nicht zu lange. Fast als letzte zogen wir vom strand ab, direkt zum restaurant am meer, um unser abendessen einzunehmen. Die große gruppe ging anschließend zum markt, yvonne und ich in die pension. Dort empfing uns großes halligalli. Die brasilianer von letzter woche waren wieder zurück und rudolf feierte seinen geburtstag zu dem er uns beide noch einlud. Auf party hatten wir so gar keine lust und gingen noch in ein kleines bistro um den tag schön ausklingen zu lassen. Da wurden wir wieder nett und hilfsbereit, in englisch, von einem gast angesprochen „ob wir hilfe beim bestellen bräuchten, er würde dann für uns übersetzen“ dankend lehnten wir ab, unsere getränke kamen gerade an den tisch. Während unserer zeit trafen wir viele hilfsbereite und besorgte brasilianer, es gab bis jetzt (toi toi toi) nicht einmal, eine unangenehme begegnung. Jetzt beschäftigen wir uns so langsam mit dem abflug, werden wir wieder in zwei großen autos um flughafen gefahren, klappt das und wer holt uns in berlin mit tasche und trommel vom flughafen ab? Deutschland ist nicht mehr so weit weg und kommt tag für tag näher…
Sonntag, 18. Juli 2010
neunter tag
Was war dass denn für ein geiler tag heute. Sorry, ich muss mich leider so ausdrücken ;-) Heute vormittag hat uns nuncia (eine deutsch-italienerin, capoeirista) verheiratet mit mestre macaco aus salvador, mit zum bruder von mestre ratto genommen. Manni, yvonne und ich haben uns sehr gefreut auch noch andere eindrücke zu bekommen. ricardo wohnt ausserhalb von fortaleza in einer „favela“ (das wort tausche ich im weiteren text gegen gemeinde aus) und arbeitet und betreut mit seiner familie die kinder aus der gemeinde. In dem projekt unterrichtet maxwell capoeira, es gibt puppentheater und viele weitere aktivitäten. Felipe, janderson und seanne kommen genau von da und so konnten wir in echt erleben, wie sie leben. Nuncia hat schon viel energie in das projekt gesteckt wenn sie in brasilien ist, ebenso florian und elena. Bei jedem ihrer besuche versucht sie einen meilenstein weiter umzusetzen. Es gibt einen überdachten betonboden für capoeiraunterricht. Ein wc mit dusche, eine küche für die versorgung der kinder und das haus der familie. Als wir ankamen, bastelten die kinder und jugendliche gerade an ihren fingerpuppen die sie für ihre vorführung heute abend brauchen. Janderson und carol, zwei bekannte gesichter, schauten uns verwundert an. Sie haben nicht mit uns gerechnet. Ricardo hat ein wenig über die geschichte der gemeinde, seine gründung und sein mitwirken daran erzählt und fotos gezeigt. nuncia führte uns durch die räume und erzählte auch ihre entstehung und am ende sind wir noch durch die gemeinde und ricardo meinte: „ hier gibt es auch viel geistige armut“. Teilweise sind die bewohner der gemeinde noch nie in der stadt fortaleza, geschweige denn am meer gewesen. Es gibt wirklich menschen die die gemeinde noch nie verlassen haben. Was muss das für ein kulturschock unserer berlinbesucher letztes jahr gewesen sein? Ich bin froh, heute einen kleinen eindruck der projektaussenstelle bekommen zu haben und mestre ratto unterstützt und finanziert die aussenstelle mit den einnahmen von der capoeiraschule. Janderson brachte uns zur bushaltestelle und wartete mit uns bis der bus kam. In der zeit wurden wir noch von einem bewohner der gemeinde angesprochen: „ob wir deutsche sind“ und „ nicht alle armen menschen sind gleich banditen“ und „ es ist ihm eine ehre und er möchte uns noch seinen sohn zeigen“. Dazu kam es leider nur von weit weg, da gerade der bus kam. Wir winkten den beiden schnell und herzlich zu und sprangen dann wie „auf ein galoppierendes pferd“ in den bus.
Zum mittagessen trafen wir uns alle wieder. Florian war mit einigen in der pension verblieben, der andere teil war mit elena beim capoeira und berimbaoworkshop. Aus der essensstation raus, vernahmen wir bekannte klänge… Hier wurde gleich in der nähe getrommelt… batucadagroove schwebte in der luft… gleich um die ecke probte eine große sambaschule von ca. 60-70 trommlern. Ich schätze 2/3 waren frauen, der rest männer, toll. Was für ein zufall! Wir sind in den veranstaltungsort rein und standen direkt in der tambourimfraktion. Shaker, surdos, snares und repeniques, alles dabei. Die cuica probten einen stock höher extra und waren nur in den pausen zu hören. Als ich den leiter bei den tambourims sah, wie er versuchte ihnen zu zeigen nicht zu schnell zu werden, dachte ich: das kenn ich genauso von manni, die gleichen gesten, das gleiche vorspielen. Kein unterschied. Ich hätte nie zu träumen gewagt in fortaleza eine sambaschule zu sehen und beim proben dabei sein zu können. Echt stark krass!
Nach einem luftigen nachmittag in der pension, ging es zum abend wieder runter zu agua de beber. Heute war der letzte offizelle festivaltag, der mit einem buntem abendprogramm enden sollte. Unten angekommen, fand noch der vortrag vom nachmittag, mit anschließender frage/antwortrunde, statt. Das fingerpuppentheater hatte schon aufgebaut und wir warteteten auf „unsere“ kinder der gemeinde, die uns wieder herzlichst begrüßten. Eine tolle vorstellung. Ich würde sagen in dem stück ging es um liebe, gewalt und natürlich capoeira. Am ende stellten sich die kinder noch namentlich vor und bekamen einen dicken applaus. Übergangslos spielte „cia bate palmas“. Ein bunter nordostmix mit forro, maracatu und afoxe, und wieder viele frauen in der band. Dann fand unser letzte auftritt statt. Die letzten capoeiristas die noch nicht ins bett gefallen sind, tanzten mit vega und felipe um die wette. Geschafft und glücklich vom schönen abend, saßen wir auf unserer terasse, quatschten, übten mit felipe deutsch und er mit uns portugiesisch. Es kommen so langsam unsere letzten tage in brasilien …
Zum mittagessen trafen wir uns alle wieder. Florian war mit einigen in der pension verblieben, der andere teil war mit elena beim capoeira und berimbaoworkshop. Aus der essensstation raus, vernahmen wir bekannte klänge… Hier wurde gleich in der nähe getrommelt… batucadagroove schwebte in der luft… gleich um die ecke probte eine große sambaschule von ca. 60-70 trommlern. Ich schätze 2/3 waren frauen, der rest männer, toll. Was für ein zufall! Wir sind in den veranstaltungsort rein und standen direkt in der tambourimfraktion. Shaker, surdos, snares und repeniques, alles dabei. Die cuica probten einen stock höher extra und waren nur in den pausen zu hören. Als ich den leiter bei den tambourims sah, wie er versuchte ihnen zu zeigen nicht zu schnell zu werden, dachte ich: das kenn ich genauso von manni, die gleichen gesten, das gleiche vorspielen. Kein unterschied. Ich hätte nie zu träumen gewagt in fortaleza eine sambaschule zu sehen und beim proben dabei sein zu können. Echt stark krass!
Nach einem luftigen nachmittag in der pension, ging es zum abend wieder runter zu agua de beber. Heute war der letzte offizelle festivaltag, der mit einem buntem abendprogramm enden sollte. Unten angekommen, fand noch der vortrag vom nachmittag, mit anschließender frage/antwortrunde, statt. Das fingerpuppentheater hatte schon aufgebaut und wir warteteten auf „unsere“ kinder der gemeinde, die uns wieder herzlichst begrüßten. Eine tolle vorstellung. Ich würde sagen in dem stück ging es um liebe, gewalt und natürlich capoeira. Am ende stellten sich die kinder noch namentlich vor und bekamen einen dicken applaus. Übergangslos spielte „cia bate palmas“. Ein bunter nordostmix mit forro, maracatu und afoxe, und wieder viele frauen in der band. Dann fand unser letzte auftritt statt. Die letzten capoeiristas die noch nicht ins bett gefallen sind, tanzten mit vega und felipe um die wette. Geschafft und glücklich vom schönen abend, saßen wir auf unserer terasse, quatschten, übten mit felipe deutsch und er mit uns portugiesisch. Es kommen so langsam unsere letzten tage in brasilien …
Samstag, 17. Juli 2010
achter tag
Dieser tag ist anders als alle anderen. Es regnete! In der nacht fing es an mit der nachricht „der todesregen, der todesregen, alle ins haus“. Die hängematten wanderten von der luftigen terasse ins wohnzimmer. Mein bett steht vor dem fenster und ich bekam immer wieder kleine regenschauer ab, die der wind durchs fenster wehte. Ich dachte ich schlaf in der dusche ;-) so verzog sich unser abmarsch nach unten zu agua de beber, weil uns immer wieder regenschauer dazwischen kamen. Eine regenlücke später zogen wir los ins projekt. Der gesamte tagesablauf hat sich wegen dem regen verschoben und so bekamen wir noch die letzten capoeirastunden mit. heute waren auch viele kinder, jugendliche und senioren dabei. Zum abschluss gab es noch eine kleine schöne übergabe. Mestre ratto erzählte, dass sich viele menschen auch ausserhalb von agua de beber für agua de beber einsetzen. Praktikanten die mal für ein paar monate dabei waren, helfen oft ehrenamtlich weiter und die spanischen capoeiristas hatten für die capoeiragemeinde von garappa eine sachspende mitgebracht. In garappas gemeinde ist der boden zum trainieren so kaputt, dass sich die kinder im unterricht öfter mal die füße verletzen. Also haben die spanier, garappa und seinen kindern, heute schuhe überreicht. Echt rührend und garappa konnte seine tränen nicht an sich halten.
Dann fand unser trommelworkshop statt. Wir haben unsere surdos, repeniques, snares und tambourims zur verfügung gestellt und mit 13 teilnehmern (mehr instrumente hatten wir leider nicht) einen samba reggae groove gemacht. Es klappte wunderbar und mit einstiegsbreak und einem kleinen frage/antwort break konnten wir in 40 minuten wirklich viel umsetzen. Freudige gesichter und viel gejohle brachte uns zu dem entschluss, dass der workshop ein voller erfolg war. Jiiiiiiipieeeeeh! Der regen drang leider auch in unser instrumentenlager ein und wir mussten alle unsere trommelbags in die sonne legen, damit nichts anfängt zu gammeln.
Elena und die tebras sind nachmittags zum workshop für tänze aus nordostbrasilien. Manni, yvonne und ich wieder in die tolle instrumentenstraße, yvonne wollte sich ein pandeiro kaufen. Die straße auf anhieb gefunden (wir sind schließlich alleine losgezogen…), gingen wir in den einen und anderen laden. Die preise hier sind nicht wesentlich günstiger als in deutschland. Man merkt den schwachen euro. Mit einem schönen pandeiro mit naturfell ging es zurück in die pension zum relaxen. Forian, elena und die tebras sind kurz vor uns angekommen. Die töchter unserer pensionsmama hatten ausnahmsweise den fernseher mal aus und dafür lief endlich brasilianische musike. Sie tanzten im wohnzimmer rum und hofften sicherlich, dass einer unserer jungen männer mal mittanzt! Hihihi. Ich sag ja, wir haben den totalen familienanschluss. Elena saß in der küche und schrie in ihr netbook, ich dachte ihr geht es nicht gut. Nein, alles bestens. Elena skypte mit berlin.
Abends wieder runter ins projekt. Heute war „gürtelprüfung“. Ein langer abend stand uns bevor und wir sind zwischendurch noch etwas essen gegangen. Am „dragao do mar“, ein kulturzentrum in einem großes areal, auch direkt neben agua de beber. Wir saßen zu bossa nova gemütlich bei pizza und cheeseburger, da rockten auf der großen bühne heavy metall-klänge zu uns rüber. Auch die sitzplätze neben uns füllten sich mit schwarzgekleideten menschen, die metallica t-shirts trugen und lange haare hatten. Ein superflash!
Zurück im projekt konnten wir noch miterleben, dass florian und elena auch neue gürtel bekamen. Das ende der veranstaltung war eine „roda“ der zuschauer. Mestre ratto forderte die restlichen besucher auf „capoeira zu spielen“. Das wichtigste sind doch die zuschauer/anfänger. Manni und die tebras mit dabei, yvonne hat sich verdrückt und ich musste „ganz wichtig“ natürlich fotos knipsen. Den grundgedanken fand ich aber eigentlich ganz schön… also liebe leute, auch die blogs schreiben wir für die wichtigsten menschen, nämlich euch die leser…
Dann fand unser trommelworkshop statt. Wir haben unsere surdos, repeniques, snares und tambourims zur verfügung gestellt und mit 13 teilnehmern (mehr instrumente hatten wir leider nicht) einen samba reggae groove gemacht. Es klappte wunderbar und mit einstiegsbreak und einem kleinen frage/antwort break konnten wir in 40 minuten wirklich viel umsetzen. Freudige gesichter und viel gejohle brachte uns zu dem entschluss, dass der workshop ein voller erfolg war. Jiiiiiiipieeeeeh! Der regen drang leider auch in unser instrumentenlager ein und wir mussten alle unsere trommelbags in die sonne legen, damit nichts anfängt zu gammeln.
Elena und die tebras sind nachmittags zum workshop für tänze aus nordostbrasilien. Manni, yvonne und ich wieder in die tolle instrumentenstraße, yvonne wollte sich ein pandeiro kaufen. Die straße auf anhieb gefunden (wir sind schließlich alleine losgezogen…), gingen wir in den einen und anderen laden. Die preise hier sind nicht wesentlich günstiger als in deutschland. Man merkt den schwachen euro. Mit einem schönen pandeiro mit naturfell ging es zurück in die pension zum relaxen. Forian, elena und die tebras sind kurz vor uns angekommen. Die töchter unserer pensionsmama hatten ausnahmsweise den fernseher mal aus und dafür lief endlich brasilianische musike. Sie tanzten im wohnzimmer rum und hofften sicherlich, dass einer unserer jungen männer mal mittanzt! Hihihi. Ich sag ja, wir haben den totalen familienanschluss. Elena saß in der küche und schrie in ihr netbook, ich dachte ihr geht es nicht gut. Nein, alles bestens. Elena skypte mit berlin.
Abends wieder runter ins projekt. Heute war „gürtelprüfung“. Ein langer abend stand uns bevor und wir sind zwischendurch noch etwas essen gegangen. Am „dragao do mar“, ein kulturzentrum in einem großes areal, auch direkt neben agua de beber. Wir saßen zu bossa nova gemütlich bei pizza und cheeseburger, da rockten auf der großen bühne heavy metall-klänge zu uns rüber. Auch die sitzplätze neben uns füllten sich mit schwarzgekleideten menschen, die metallica t-shirts trugen und lange haare hatten. Ein superflash!
Zurück im projekt konnten wir noch miterleben, dass florian und elena auch neue gürtel bekamen. Das ende der veranstaltung war eine „roda“ der zuschauer. Mestre ratto forderte die restlichen besucher auf „capoeira zu spielen“. Das wichtigste sind doch die zuschauer/anfänger. Manni und die tebras mit dabei, yvonne hat sich verdrückt und ich musste „ganz wichtig“ natürlich fotos knipsen. Den grundgedanken fand ich aber eigentlich ganz schön… also liebe leute, auch die blogs schreiben wir für die wichtigsten menschen, nämlich euch die leser…
Freitag, 16. Juli 2010
siebter tag
Heute war ein relaxter schluffitag. Am vormittag fanden zwei vorträge statt. Einer über candomble und einer über afrika und capoeira. Die entwicklung von den sklaven aus afrika bis zur heutigen gegenwart. Am ende der vorträge wurde noch ein bisschen getrommelt. Die kleinen finger von der gestrigen berimbaostunde gerade wieder entkrampft, wurden gleich nochmal strapaziert. Aber es macht ja sooooooo einen spaß…
Unser mittagstisch fing heute an zu singen und zu grooven. Allgemeine freude kam auf, wir haben mitgeklatscht und gedengelt. So habe ich mir brasilien vorgestellt. Vega überlegt sich jeden tag eine neue möglichkeit in was oder wie er mit nach berlin kommen kann. In eine surdo einschrauben lassen oder in den großen rucksack einsteigen und mitfliegen. Vielleicht haben wir später einen blinden passagier…
Der nachmittag wurde verschieden gestaltet. Manni, tebras, felipe und janderson sind an den strand, florian und elena ins projekt um einen vortrag zu hören. Yvonne und ich zum shoppen um die ecke in das mercado central. Ich habe schon kleine souveniers ergattert. Instrumente haben wir heute auch über mestre ratto bestellt.
Abends sind wir dann gemeinsam wieder runter ins projekt. Es standen vier stunden capoeira auf dem programm. Am anfang haben bis auf konsti und vincent alle tebras auch mitgemacht. Dann stieg einer nach dem anderen aus. Am strand wurde heute auch schon capoeira geturnt und einzelne muskeln, knie und knöchel schmerzten noch. Es gab noch einen geburtstagskuchen für eine capoeirista, die dann gleich gegen fast alle teilnehmer gespielt hat. Um halb elf war dann auch dieser festivaltag vorbei und wir stärken uns für die restlichen tage…
Unser mittagstisch fing heute an zu singen und zu grooven. Allgemeine freude kam auf, wir haben mitgeklatscht und gedengelt. So habe ich mir brasilien vorgestellt. Vega überlegt sich jeden tag eine neue möglichkeit in was oder wie er mit nach berlin kommen kann. In eine surdo einschrauben lassen oder in den großen rucksack einsteigen und mitfliegen. Vielleicht haben wir später einen blinden passagier…
Der nachmittag wurde verschieden gestaltet. Manni, tebras, felipe und janderson sind an den strand, florian und elena ins projekt um einen vortrag zu hören. Yvonne und ich zum shoppen um die ecke in das mercado central. Ich habe schon kleine souveniers ergattert. Instrumente haben wir heute auch über mestre ratto bestellt.
Abends sind wir dann gemeinsam wieder runter ins projekt. Es standen vier stunden capoeira auf dem programm. Am anfang haben bis auf konsti und vincent alle tebras auch mitgemacht. Dann stieg einer nach dem anderen aus. Am strand wurde heute auch schon capoeira geturnt und einzelne muskeln, knie und knöchel schmerzten noch. Es gab noch einen geburtstagskuchen für eine capoeirista, die dann gleich gegen fast alle teilnehmer gespielt hat. Um halb elf war dann auch dieser festivaltag vorbei und wir stärken uns für die restlichen tage…
Donnerstag, 15. Juli 2010
sechster tag
Gemütlich nach dem frühstück sind wir für halb elf zum projekt aufgebrochen. Florian und elena haben uns erklärt, dass einer der festivalpunkte ein trommelworkshop von uns ist. Den wollten wir jetzt durchführen. Im projekt angekommen, war noch capoeira zugange und wir bekamen noch die letzte runde mit.
Mestre ratto fragte dann manni, ob er denn nicht jetzt den vortrag über die ufafabrik und sein leben in der ufafabrik halten möchte. Manni stimmte zu, und so saßen wir wieder alle im kreis und hörten manni eine halbe stunde gespannt zu. Es gab viele fragen gegen ende, so zum beispiel: „wieso könnt ihr als deutsche so gut percussion spielen?“ oder „habt ihr in der ufafabrik auch capoeirakurse?“ mestre ratto war von der geschichte der ufafabrik beindruckt und verglich die beiden projekte miteinander. „Die gemeinsamen ideen und ziele sind wichtig und die konstante umsetzung und das durchhaltevermögen nehmen wir uns als vorbild“ sagte mestre ratto am schluss.
Wir haben keinen trommelworkshop gemacht, aber trotzdem einen superschönen vormittag verbracht und das interesse hier für die ufafabrik begeistert mich wirklich und ich hoffe, sie bekommen weitere ideen von dem erzählten und kommen damit ein stück weiter…
Nachmittags hat uns joao mit anderen teilnehmer einen kleinen spontanen berimbao-workshop gegeben. das war richtig toll und er meinte dann: „ich möchte aber auch noch den trommel-workshop bei euch machen“.
Dann leitete er auf den nächsten workshop über. Der fing damit an, dass wir uns auf der straßenecke wieder fanden und um kleines lagerfeuer standen, an dem die kreolischen trommeln lagen, um „in die richtige stimmung zu kommen“. Dann sind sie für ca. eine halbe stunde spielbar und müssen dann wieder ans feuer zurück. Elena und anja haben dem tanzworkshop mitgemacht, yvonne und die tebras beim trommelworkshop. Sehr schnell hallte ein trancerhythmus durch die halle und elena und anja tanzten und wiegten sich mit langen röcken dazu. Sehr schön.
Abends sind wir dann ins theater um uns die „show do quilombo“ von agua de beber anzusehen. Vier frauen und zehn männer, tanzten und trommelten eine stunde auf der bühne. Wir haben auch den maculele mit echten schwertern, die funken sprühen, wieder erkannt. Am ende natürlich eine capoeirapräsentation vom feinsten. Die show ist stark und sehr beeindruckend.
Die festivalpunkte sind sehr schön und einfach mal was ganz neues. Es ist auch etwas anderes, brasilianische kultur in berlin oder in brasilien zu erleben. Ich hoffe, wir können die schönen eindrücke lange in uns halten…
Mestre ratto fragte dann manni, ob er denn nicht jetzt den vortrag über die ufafabrik und sein leben in der ufafabrik halten möchte. Manni stimmte zu, und so saßen wir wieder alle im kreis und hörten manni eine halbe stunde gespannt zu. Es gab viele fragen gegen ende, so zum beispiel: „wieso könnt ihr als deutsche so gut percussion spielen?“ oder „habt ihr in der ufafabrik auch capoeirakurse?“ mestre ratto war von der geschichte der ufafabrik beindruckt und verglich die beiden projekte miteinander. „Die gemeinsamen ideen und ziele sind wichtig und die konstante umsetzung und das durchhaltevermögen nehmen wir uns als vorbild“ sagte mestre ratto am schluss.
Wir haben keinen trommelworkshop gemacht, aber trotzdem einen superschönen vormittag verbracht und das interesse hier für die ufafabrik begeistert mich wirklich und ich hoffe, sie bekommen weitere ideen von dem erzählten und kommen damit ein stück weiter…
Nachmittags hat uns joao mit anderen teilnehmer einen kleinen spontanen berimbao-workshop gegeben. das war richtig toll und er meinte dann: „ich möchte aber auch noch den trommel-workshop bei euch machen“.
Dann leitete er auf den nächsten workshop über. Der fing damit an, dass wir uns auf der straßenecke wieder fanden und um kleines lagerfeuer standen, an dem die kreolischen trommeln lagen, um „in die richtige stimmung zu kommen“. Dann sind sie für ca. eine halbe stunde spielbar und müssen dann wieder ans feuer zurück. Elena und anja haben dem tanzworkshop mitgemacht, yvonne und die tebras beim trommelworkshop. Sehr schnell hallte ein trancerhythmus durch die halle und elena und anja tanzten und wiegten sich mit langen röcken dazu. Sehr schön.
Abends sind wir dann ins theater um uns die „show do quilombo“ von agua de beber anzusehen. Vier frauen und zehn männer, tanzten und trommelten eine stunde auf der bühne. Wir haben auch den maculele mit echten schwertern, die funken sprühen, wieder erkannt. Am ende natürlich eine capoeirapräsentation vom feinsten. Die show ist stark und sehr beeindruckend.
Die festivalpunkte sind sehr schön und einfach mal was ganz neues. Es ist auch etwas anderes, brasilianische kultur in berlin oder in brasilien zu erleben. Ich hoffe, wir können die schönen eindrücke lange in uns halten…
Mittwoch, 14. Juli 2010
fünfter tag
Unser vormittag war relaxt. Wir konnten gemütlich aufstehen und haben dann gewartet. Es war nicht klar ob das fernsehteam noch kommt bzw. wann wir unseren soundcheck im theater machen können. Also auf abruf bereit stehen. Um halb zwölf sind dann die ersten zum shoppen aufgebrochen. Yvonne und ich sind bei der hitze im haus geblieben. Zum mittagessen haben wir uns wieder getroffen und sind dann gemeinsam zu agua de beber um bei dem workshop „fabricacao de abe“ teilzunehmen.
Die percussionista juliana morena kam mit drei großen jutesäcken voll mit getrockneten kürbissen in die halle, stellte perlen und schnüre hin und besorgte noch zwei große eimer mit wasser und dann gings los. Es wurde noch kurz aufgeklärt, dass die fertigen abes an ein kinderprojekt gehen. Wir waren ca. 25 teilnehmer und hatten nur zehn kürbisse, so wurde zu zweit oder dritt an einem kürbis gearbeitet. Der kürbis wird nass gemacht um die feine haut und dreckreste mit einem messer abzuschaben. Der rest wird dann mit schleifpapier abgeschliffen und der kürbis sieht schon fast aus wie ein instrument. Jetzt die schnurverbindungen für die perlen. Mit dem maß einer kürbslänge mal fünf wird die schnurlänge für die perlen bemessen. Die anzahl der schnüre ist frei wählbar und das perlennetz wird dann halt gröber oder feiner. Mitten beim schneiden und knoten wurden wir dann gerufen um unseren soundcheck abzuhalten. Schön dass das theater gleich daneben liegt und gleich 20°c kälter ist. Instrumente in die hand und los, der tontechniker ließ noch auf sich warten und so haben wir die zeit zum proben genutzt. Der sound im theater war gut. Alles zu hören, nichts ist zu laut und auch mit gitarre und keyboard gab es keine probleme. Wir waren für den abend vorbereitet. Der ablauf wurde noch besprochen und dann hatten wir noch kurz zeit in die pension zu gehen, um zu chillen.
das war dann schwieriger als erwartet. Wir hatten unser erstes gruppenchaos. Unsere „kommunikation“ funktionierte nicht (senden und empfangen sollte auf gleicher welle sein :-) und es gibt eine tolle backstagetoilette die allgemein beliebt ist und auf der wurden dann alle vermutet die gefehlt haben. Florian blieb beim theater und hat gewartet, der rest dann hoch. Auf dem weg zur pension kamen uns dann jan, tim und vincent entgegen, waren die nicht auf toilette??? Oben angekommen, florian war auch schon da (es gibt eine abkürzung, aber nicht zur allgemeinen benutzung) fehlte dann noch unser jan noltus. Elena wieder auf dem weg nach unten, da kam ihr schon felipe mit jan im schlepptau entgegen (der saß nicht auf toilette, sondern bei agua de beber und bastelte an der abe weiter…) und dann hatten wir doch noch zusammen ne knappe dreiviertelstunde um uns auszuruhen.
Wir wieder pünktlich wie die maurer im theater, da wir das programm vor uns auch ansehen wollten. Als erstes das „orquestra de berimbaus“ mit gesang, trommeln und gitarre und dann die show „batuques para corpus que dancam“. Mit über einer stunde verspätung gings dann endlich los. Besonders gefallen hat uns die tanzshow in der auch seanne, felipe und janderson, unsere berlinbesucher vom letzten jahr, mitgewirkt haben.
Als letztes standen wir im programm. Dieser auftritt war anders als bei agua de beber. Das publikum saß auf den rängen und nur einige kleine „tanzausbrecher“ waren kurz vor der bühne. Also eher eine präsentation als partykonzert. Aber egal. Der applaus zwischen stücken war stark und so spielten wir unser konzert durch. Als bonbon gab es noch eine zugabe zusammen mit dem berimbao-orchester. Das war richtig klasse und es macht immer wieder spaß mit anderen musikern zusammen auf der bühne zu stehen. Das war ein toller abend. Beschwingt sind wir nach hause „getänzelt“, haben unser abendbrot auf der terasse eingenommen, gequatscht, gespielt und den tag schön ausklingen lassen! Bis bald
Die percussionista juliana morena kam mit drei großen jutesäcken voll mit getrockneten kürbissen in die halle, stellte perlen und schnüre hin und besorgte noch zwei große eimer mit wasser und dann gings los. Es wurde noch kurz aufgeklärt, dass die fertigen abes an ein kinderprojekt gehen. Wir waren ca. 25 teilnehmer und hatten nur zehn kürbisse, so wurde zu zweit oder dritt an einem kürbis gearbeitet. Der kürbis wird nass gemacht um die feine haut und dreckreste mit einem messer abzuschaben. Der rest wird dann mit schleifpapier abgeschliffen und der kürbis sieht schon fast aus wie ein instrument. Jetzt die schnurverbindungen für die perlen. Mit dem maß einer kürbslänge mal fünf wird die schnurlänge für die perlen bemessen. Die anzahl der schnüre ist frei wählbar und das perlennetz wird dann halt gröber oder feiner. Mitten beim schneiden und knoten wurden wir dann gerufen um unseren soundcheck abzuhalten. Schön dass das theater gleich daneben liegt und gleich 20°c kälter ist. Instrumente in die hand und los, der tontechniker ließ noch auf sich warten und so haben wir die zeit zum proben genutzt. Der sound im theater war gut. Alles zu hören, nichts ist zu laut und auch mit gitarre und keyboard gab es keine probleme. Wir waren für den abend vorbereitet. Der ablauf wurde noch besprochen und dann hatten wir noch kurz zeit in die pension zu gehen, um zu chillen.
das war dann schwieriger als erwartet. Wir hatten unser erstes gruppenchaos. Unsere „kommunikation“ funktionierte nicht (senden und empfangen sollte auf gleicher welle sein :-) und es gibt eine tolle backstagetoilette die allgemein beliebt ist und auf der wurden dann alle vermutet die gefehlt haben. Florian blieb beim theater und hat gewartet, der rest dann hoch. Auf dem weg zur pension kamen uns dann jan, tim und vincent entgegen, waren die nicht auf toilette??? Oben angekommen, florian war auch schon da (es gibt eine abkürzung, aber nicht zur allgemeinen benutzung) fehlte dann noch unser jan noltus. Elena wieder auf dem weg nach unten, da kam ihr schon felipe mit jan im schlepptau entgegen (der saß nicht auf toilette, sondern bei agua de beber und bastelte an der abe weiter…) und dann hatten wir doch noch zusammen ne knappe dreiviertelstunde um uns auszuruhen.
Wir wieder pünktlich wie die maurer im theater, da wir das programm vor uns auch ansehen wollten. Als erstes das „orquestra de berimbaus“ mit gesang, trommeln und gitarre und dann die show „batuques para corpus que dancam“. Mit über einer stunde verspätung gings dann endlich los. Besonders gefallen hat uns die tanzshow in der auch seanne, felipe und janderson, unsere berlinbesucher vom letzten jahr, mitgewirkt haben.
Als letztes standen wir im programm. Dieser auftritt war anders als bei agua de beber. Das publikum saß auf den rängen und nur einige kleine „tanzausbrecher“ waren kurz vor der bühne. Also eher eine präsentation als partykonzert. Aber egal. Der applaus zwischen stücken war stark und so spielten wir unser konzert durch. Als bonbon gab es noch eine zugabe zusammen mit dem berimbao-orchester. Das war richtig klasse und es macht immer wieder spaß mit anderen musikern zusammen auf der bühne zu stehen. Das war ein toller abend. Beschwingt sind wir nach hause „getänzelt“, haben unser abendbrot auf der terasse eingenommen, gequatscht, gespielt und den tag schön ausklingen lassen! Bis bald
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